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Wie unterscheiden sich Access- und Trunk-Ports bei 802.1Q-VLANs?

Prüfungsrelevanz: IHK AP1 und AP2, Handlungsbereich „Netzwerk". Typische Aufgabenstellung: Ein Switch soll drei Abteilungen (Vertrieb, Technik, Verwaltung) auf getrennte VLANs verteilen. Erklären Sie, welche Ports als Access-Ports und welche als Trunk-Ports konfiguriert werden.

Quick Reference

Ein Access-Port gehört genau einem VLAN an. Frames werden ungetaggt übertragen — das Endgerät weiß nichts von VLANs.

Ein Trunk-Port transportiert mehrere VLANs gleichzeitig. Jedes Frame wird mit einem 4-Byte-802.1Q-Tag versehen, das die 12-Bit-VLAN-ID enthält (nutzbarer Bereich 1–4094).

Das Native VLAN ist die Ausnahme: Auf einem Trunk-Port werden dessen Frames ungetaggt gesendet. Standard ist VLAN 1 — aus Sicherheitsgründen sollte es auf ein ungenutztes VLAN geändert werden.

Worked Example: 3 Abteilungen auf einem Switch

Schritt 1 — VLANs anlegen und Access-Ports zuweisen.

VLAN 10 = Vertrieb    → Ports 1–8   (Access)
VLAN 20 = Technik     → Ports 9–16  (Access)
VLAN 30 = Verwaltung  → Ports 17–24 (Access)

Schritt 2 — Uplink zum zweiten Switch als Trunk konfigurieren.

Port 25: Trunk → erlaubt VLAN 10, 20, 30 (tagged)
         Native VLAN = 99 (ungenutzt)

Schritt 3 — Übertragung je Port-Typ bewerten.

Port-Typ VLAN-Anzahl Tagging Gegenstelle Beispiel
Access genau 1 ungetaggt Endgerät (PC, Drucker) Ports 1–8
Trunk mehrere getaggt (802.1Q) Switch, Router, AP Port 25
Native VLAN 1 (auf Trunk) ungetaggt — VLAN 99

Schritt 4 — Ergebnis prüfen. Ein Frame aus VLAN 10 verlässt Port 5 ungetaggt (Endgerät versteht kein Tagging), wird auf Port 25 mit Tag „VLAN 10" versehen und auf dem Ziel-Switch wieder enttaggt an den richtigen Access-Port geleitet.

Common Trap

Der klassische Fehler: Native VLAN Mismatch. Ist das Native VLAN an beiden Enden eines Trunks unterschiedlich konfiguriert, wandern Frames unbemerkt in das falsche VLAN — ein klassisches Sicherheitsloch und ein beliebtes Prüfungs-Szenario.

Zweite Falle: VLAN 1 als Native VLAN belassen. In der IHK-Prüfung wird erwartet, dass VLAN 1 nicht für Nutzdaten verwendet wird — Begründung: Standard-VLAN, Angreifer können sich dort leichter einhängen.

Dritte Falle: Die VLAN-ID-Grenzen verwechseln. Der nutzbare Bereich ist 1–4094; die Werte 0 und 4095 sind reserviert.

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