IPv6 — der Adressraum, der nie knapp wird
IPv6 ist nicht einfach „IPv4 mit mehr Stellen": Es arbeitet anders — ohne Broadcast, mit Self-Configuration und einem Standardpräfix von /64. Genau diese Unterschiede werden geprüft.
Aufbau der Adresse
Eine IPv6-Adresse hat 128 Bit, geschrieben als acht Blöcke zu vier Hexadezimalstellen, durch Doppelpunkte getrennt: 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329. Es gibt keine Subnetzmaske in der Punkt-Schreibweise, sondern nur ein Präfix (typisch /64).
Verkürzungsregeln
- Führende Nullen eines Blocks weglassen:
0db8→db8,0042→42. - Einmal die längste Folge von Nullblöcken durch
::ersetzen.
Damit wird 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329 zu 2001:db8::ff00:42:8329. Zwei :: in einer Adresse sind ungültig, weil die Länge sonst nicht eindeutig wäre.
Subnetting in IPv6
Die ersten 64 Bit sind das Netzpräfix (vom Provider), die letzten 64 Bit die Interface-ID. Subnetting läuft über das 64-Bit-Präfix: Die üblichen Felder sind die Bits 49–64, womit 65.536 Subnetze mit je /64 entstehen. Innerhalb eines /64 wird nicht weiter subnetzt.
| Präfix | Bedeutung |
|---|---|
/128 | einzelner Host |
/64 | Standard-Subnetz — SLAAC funktioniert nur hier |
/48 | typisches Kundenpräfix vom Provider |
/32 | typische Zuteilung an Provider |
Adresstypen
- Global Unicast (
2000::/3): im Internet routbar — entspricht der öffentlichen IPv4-Adresse. - Link-Local (
fe80::/10): automatisch auf jedem Interface, nur im lokalen Segment, für Nachbarschaftserkennung (NDP). - Unique Local (
fc00::/7): privat, nicht im Internet routbar — das IPv4-Pendant zu 192.168.x.x. - Multicast (
ff00::/8): ersetzt Broadcast;ff02::1= alle Knoten,ff02::1:2= alle DHCP-Server.
Wie ein Host zu seiner Adresse kommt: SLAAC
Der Router sendet regelmäßig Router Advertisements mit dem Präfix. Der Host bildet daraus selbst seine Adresse (SLAAC, Stateless Address Autoconfiguration) — ohne Server. Zusätzlich kann DHCPv6 Adressen (IA_NA) oder Präfixe für nachgelagerte Router (IA_PD) verteilen.
Typische Prüfungsfallen
- Konstante „::" nur einmal verwenden.
- Link-Local beginnt immer mit
fe80— beliebte Single-Choice-Frage. - SLAAC nur mit /64 — bei anderen Präfixlängen braucht man DHCPv6.
- IPv6-Header ist einfacher als IPv4, aber mit Erweiterungsheadern; kein Header-Checksum, kein Broadcast.
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