Lernwissen FISI & FIAE · SQL & Datenbanken
Grundlagen verständlich erklärt — für beide IT-Berufe, passend zur IHK-Abschlussprüfung
← Alle Themen

SQL & Datenbanken — abfragen, verknüpfen, normalisieren

Prüfungsaufgaben kombinieren fast immer zwei Dinge: eine Abfrage richtig zusammensetzen und begründen, warum eine Tabelle so strukturiert ist.

Relationales Modell

Daten liegen in Tabellen (Relationen) aus Zeilen (Datensätzen) und Spalten (Attributen). Beziehungen entstehen über Schlüssel:

SchlüsselBedeutung
Primärschlüssel (PK)identifiziert jeden Datensatz eindeutig, nie NULL
Kandidatenschlüsselweitere Spalten, die eindeutig wären
Fremdschlüssel (FK)verweist auf den PK einer anderen Tabelle — so entsteht die Beziehung
Zusammengesetzter Schlüsselmehrere Spalten zusammen eindeutig (typisch in Zwischentabellen)

SELECT — der Aufbau

Die Reihenfolge der Klauseln ist prüfungsrelevant, weil sie die Ausführung erklärt:

SELECT Spalten FROM Tabelle WHERE Bedingung GROUP BY Gruppe HAVING Bedingung auf Aggregate ORDER BY Sortierung LIMIT Anzahl

WHERE gegen HAVING: WHERE filtert vor der Gruppierung einzelne Zeilen, HAVING filtert nach der Gruppierung die Gruppen (z. B. HAVING COUNT(*) > 3).

JOINs und ihr Unterschied

JOINErgebnis
INNER JOINnur Datensätze, die in beiden Tabellen passen
LEFT JOINalle Zeilen der linken Tabelle, fehlende rechts = NULL
RIGHT JOINUmkehrung von LEFT
FULL OUTER JOINalle Zeilen beider Tabellen, fehlende Seiten = NULL
CROSS JOINjede Zeile mit jeder — kartesisches Produkt, selten gewollt

Typische Prüfungsfrage: „Welche Kunden haben noch keine Bestellung?" — Antwort: LEFT JOIN auf Bestellungen und WHERE bestellung.id IS NULL. Mit INNER JOIN würden genau diese Kunden verschwinden.

Aggregatfunktionen

COUNT(), SUM(), AVG(), MIN(), MAX() fassen Zeilen zusammen. COUNT(*) zählt Zeilen, COUNT(spalte) ignoriert NULL-Werte — ein beliebter Unterschied.

Normalformen

  1. 1NF: nur atomare Werte — keine Listen in einer Spalte.
  2. 2NF: 1NF plus: jedes Nichtschlüssel-Attribut ist vom vollen Schlüssel abhängig (wichtig bei zusammengesetzten Schlüsseln).
  3. 3NF: 2NF plus: keine transitiven Abhängigkeiten — Nichtschlüssel-Attribute hängen nicht voneinander ab.

Ziel: Redundanz vermeiden und Änderungsanomalien verhindern. Beispiel 3NF-Verstoß: In der Tabelle Bestellung zusätzlich Kundenname speichern. Zieht der Kunde um, müsste man alle Bestellungen ändern — deshalb gehört der Name in die Kundentabelle.

Denormalisierung ist bewusst und begründet (z. B. Berichte, Performance) — in Aufgaben aber nur mit Begründung akzeptabel.

Transaktionen: ACID

Typisches Beispiel: Überweisung — Abbuchung und Gutschrift müssen gemeinsam gelten.

Typische Prüfungsfallen

  • INNER statt LEFT bei „auch ohne Zuordnung" — Ergebnis wäre falsch.
  • NULL ist nicht 0 und nicht vergleichbar mit =; dafür gibt es IS NULL.
  • GROUP BY unvollständig: Alle Nicht-Aggregat-Spalten aus SELECT müssen gruppiert sein.
  • DELETE ohne WHERE löscht alles — und ein DELETE ist mit Transaktion rückholbar, ein DROP TABLE nicht.

Weiter üben

Das Grundlagenwissen steht hier frei — geübt wird in der Lernplattform: über 1.300 Prüfungsfragen mit ausführlicher Erklärung zu jeder Antwort, Fortschritt im eigenen Konto.

Passende Videos

Externer Inhalt, geöffnet in einem neuen Tab. Keine Einbettung — solange du nicht selbst klickst, werden keine Daten an YouTube übertragen.