Verschlüsselung — welche Methode wofür
Jede Prüfung fragt irgendwann nach Schlüsseln. Wer die drei Grundprinzipien sicher unterscheiden kann — symmetrisch, asymmetrisch, Hybrid — beantwortet fast alles.
Schutzziele zuerst
Verschlüsselung dient mehreren Zielen, die oft durcheinander geraten:
| Ziel | Mittel |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Verschlüsselung (niemand kann mitlesen) |
| Integrität | Hashwert, MAC (Veränderung erkennbar) |
| Authentizität | digitale Signatur, Zertifikat |
| Verbindlichkeit | Signatur mit privatem Schlüssel |
Symmetrische Verschlüsselung
Ein gemeinsamer Schlüssel für Ver- und Entschlüsselung. Vorteile: sehr schnell, für große Datenmengen geeignet. Nachteil: Der Schlüssel muss sicher zum Partner kommen — das ist das Schlüsselverteilungsproblem.
Bekannte Verfahren: AES (Standard, 128/192/256 Bit), ältere/unsichere: DES (56 Bit, gebrochen), 3DES; Stromchiffren: ChaCha20.
Asymmetrische Verschlüsselung
Zwei Schlüssel bilden ein Paar: Mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt man, mit dem privaten entschlüsselt man. Umgekehrt angewandt entsteht eine digitale Signatur.
Bekannte Verfahren: RSA, ECC (Elliptische Kurven, kleinere Schlüssel bei gleicher Sicherheit), Diffie-Hellman für den Schlüsselaustausch. Nachteil: rechenintensiv, deutlich langsamer als symmetrische Verfahren.
Hybridverfahren — die Praxis
Deshalb kombiniert man beide — und genau so funktioniert TLS/HTTPS:
- Asymmetrisch wird nur ein Sitzungsschlüssel ausgetauscht (schnell, wenig Daten).
- Die eigentlichen Nutzdaten laufen symmetrisch verschlüsselt mit diesem Sitzungsschlüssel.
Hashfunktionen
Ein Hash bildet beliebige Daten auf eine feste Länge ab und ist nicht umkehrbar. Eigenschaften: gleiche Eingabe → gleicher Hash, kleine Änderung → völlig anderer Hash, keine zwei Eingaben mit gleichem Hash (Kollisionsresistenz).
- Verwendung: Integritätsprüfung, Passwortspeicherung (mit Salt), Signaturen.
- Gebrochen und nicht mehr verwenden: MD5, SHA-1.
- Empfohlen: SHA-256/SHA-512, Argon2/bcrypt für Passwörter.
Typische Prüfungsfallen
- Signatur ≠ Verschlüsselung: Signieren nutzt den privaten Schlüssel, Verschlüsseln den öffentlichen des Empfängers.
- Hash als Verschlüsselung bezeichnen: falsch — Hashes sind Einwegfunktionen.
- Schlüssellänge falsch bewerten: Bei ECC entspricht 256 Bit etwa RSA 3072 Bit.
- Schlüsselverteilung übersehen: Das ist der eigentliche Grund für asymmetrische Verfahren.
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