Lernwissen FISI & FIAE · Zertifikate & PKI
Grundlagen verständlich erklärt — für beide IT-Berufe, passend zur IHK-Abschlussprüfung
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Zertifikate und PKI — warum der Browser dem Server glaubt

Ein Zertifikat beantwortet eine einzige Frage: Gehört dieser öffentliche Schlüssel wirklich zu diesem Server? Wer die Vertrauenskette versteht, kann jede TLS-Fehlermeldung erklären.

Was ein Zertifikat enthält

Ein X.509-Zertifikat ist strukturierte Public-Key-Infrastruktur (PKI) in Datenform. Die wichtigsten Felder:

FeldBedeutung
SubjectFür wen das Zertifikat ausgestellt ist (Domain, Organisation)
Public KeyDer öffentliche Schlüssel des Inhabers
Issuer (CA)Wer das Zertifikat signiert hat
Gültigkeit„notBefore"/„notAfter" — Ablaufdatum
Serial Numbereindeutige Nummer, für Widerruf nötig
ExtensionsNutzungszweck, alternative Namen (SAN), Constraints
SignaturSignatur der CA über alle Felder

Die Vertrauenskette

Zertifikate werden nicht „einfach so" vertraut, sondern über eine Kette:

  1. Root-CA: ihr Zertifikat ist im Betriebssystem oder Browser vorinstalliert (das ist der Vertrauensanker).
  2. Intermediate-CA: von der Root signiert, stellt die eigentlichen Serverzertifikate aus.
  3. Serverzertifikat: für die Domain, signiert von der Intermediate.
Der Browser prüft also nicht „ist dieses Zertifikat echt?", sondern: Führt die Signaturkette zu einem meiner Wurzelzertifikate, ist die Domain passend und der Zeitraum gültig?

Prüfschritte bei HTTPS

  1. Kette bis zum vertrauten Root nachvollziehen (Signatur mit öffentlichem Schlüssel der CA prüfen).
  2. Namensabgleich: Steht die aufgerufene Domain im Zertifikat (CN/SAN)?
  3. Gültigkeitszeitraum prüfen — abgelaufen führt zur Warnung.
  4. Widerruf prüfen über OCSP oder CRL.
  5. Erst danach wird der symmetrische Sitzungsschlüssel ausgetauscht und der Datenstrom verschlüsselt.

Zertifikatstypen

Typische Prüfungsfallen

  • Zertifikat = Verschlüsselung? Nein — es dient der Authentizität; die Verschlüsselung macht der Session-Key.
  • Self-Signed im Browser: Kette endet nicht bei einem vertrauten Root → Warnung. Im internen Netz mit eigener Root-CA lösbar.
  • Wildcard deckt nur eine Ebene ab: *.beispiel.de gilt nicht für a.b.beispiel.de.
  • Ablaufdatum ignorieren: Fehlermeldung „abgelaufen" heißt nicht „gefälscht", aber trotzdem Warnung.
  • Widerruf braucht die Seriennummer — deshalb ist sie im Zertifikat unverzichtbar.

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Das Grundlagenwissen steht hier frei — geübt wird in der Lernplattform: über 1.300 Prüfungsfragen mit ausführlicher Erklärung zu jeder Antwort, Fortschritt im eigenen Konto.

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